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TH beim THW für TM2

13.09.2020
Kategorie: Übung, Autor: Burkhard Aehlich

Euskirchen, 12.09.2020 – Einen neuen Ausbildungsweg beschreiten die Freiwillige Feuerwehr und das THW in der Kreisstadt Euskirchen. Die bisherige Zusammenarbeit im Bereich der Ausbildung umfasste die Qualifizierung von Einsatzkräften zu Sprechfunkern, nun wurde sie erstmalig als Pilotprojekt auf einen praktischen Teil des Lehrganges „Trupp­mann 2“ ausgedehnt. An fünf Stationen wurden Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreis Euskirchen von THW Ausbildern fit für ihre Aufgaben gemacht.

Bevor diese Ausbildungskooperation starten konnte, wurden zwischen dem stellvertretenden Leiter der FFW Euskirchen und den Ausbildern unter Leitung des Zugführers des THW Euskirchen im Juli 2020 ein Konzept erarbeitet.

Neun Stationen zur Auswahl

Insgesamt neun praktische Ausbildungsstationen wurden vom THW entwickelt und in einem Konzept beschrieben. Aus diesem Angebot konnte sich die Feuerwehrführung die geeignetsten Stationen aussuchen; fünf Stationen für die praktische Ausbildung wurden übernommen.

Station 1

Heben von Lasten

Am Multifunktionscontainer wurden die Ausbildung „Heben und Sichern von Lasten“ ausgebildet. Mit Hebekissen) wurde die Last aufgenommen und mittels Kreuzstapel gesichert.

Station 2

Arbeiten in engen Räumen

Bei dieser Station kamen die beiden Multifunktionsröhren des THW Euskirchen zum Einsatz. In der längeren Röhre (5,50 m) waren Hindernissen aus Holz, Stahl und Bauschutt eingebracht worden, welche von den Teilnehmern beseitigt werden mussten. Hier kam es auf die richtige Wahl des Werkzeuges, die Anwendung und die intensive Kommunikation mit den außenstehenden Kameraden an. Diese mussten das Werkzeug anreichen und die beseitigten Trümmer / Reststücke nach außen bringen. Die zweite Röhre war „nur“ mit Metallhindernissen bestückt, diese wurden mit einer Flex sowohl in der Röhre, als auch außerhalb geschnitten. Mit dem Aufbrechhammer musste eine markierte Fläche einer Betonplatte durchbrochen werden.

Station 3

Überwinden eines Hindernisses

Ein mit Wasser gefüllter IBC-Behälter – rund 1.000 kg schwer – musste über eine offene Grube hinwegbewegt werden. Die richtige Wahl des Anschlagpunktes, die Auswahl des Zugkrafthebezeuges und natürlich der Bau einer Behelfskonstruktion über die Grube waren hier die technischen Herausforderungen. Außerdem ging es dabei um die Kommunikation innerhalb der Ausbildungsgruppe und die Verständigung auf die Vorgehensweise.

Station 4

Person im Schacht

An einem Kanalschacht vor dem Verwaltungsgebäude wurde diese Station durchgeführt. Eine Puppe im Schacht stellte eine verletzte Person dar. Zur Bewältigung der Aufgabe standen verschiedene Rettungsmittel zur Verfügung: Steckleiterteile, Rollgliss, Spineboard, Bergeschleppe und ein aus dem Einsatzgerüstsystem des THW gebauter Dreibock und Norm-Steckleiterteile. Der Wasserverband Eifel-Rurstellte freundlicherweise eine Höhenrettungsgerät zur Verfügung. Da die Feuerwehrkräfte in der Regel die ersten am Einsatzort sind, konnten sie so ein Gerät kennenlernen, welches sie bei einem Unfall mit Kanalarbeitern vorfinden werden.

Station 5

Um die Ecke denken

Um je nach Geschwindigkeit der einzelnen Gruppen keine Leerlaufzeiten zu verursachen, war die fünfte Station eine Auffangstation für besonders schnelle Teilnehmer. Bei dieser Übung war Köpfchen und „um die Ecke denken“ gefragt.

Vorbereitung ab Juli 2020

Für die Station 2 (Röhren) wurden Ende Juli zwei 1,0 m x 1,0 m x 0,1 m große Betonplatten gegossen, damit diese bis zum Ausbildungstermin ihre Festigkeit entwickeln konnten. Für die Station Schacht wurde zusätzlich zu der vorhandenen THW-eigenen Ausstattung (Einsatz­gerüstsystem, Steckleitern) ein Höhenrettungsgerät vom Wasserverband Eifel-Rur eingesetzt. Die anderen Stationen konnten ohne weitere Vorbereitungen umgesetzt werden, da der Multifunktionscontainer, IBC-Behälter etc. beim THW Euskirchen für solche Ausbildungen zur Verfügung stehen.

Vier Gruppen, Vier Stationen

Am Ausbildungstag wurden die Teilnehmer in vier Gruppen auf die Stationen 1 bis 4 aufgeteilt. Für jede Ausbildungseinheit standen rund 90 Minuten zur Verfügung. Der Zugtrupp des THW Euskirchen überwachte den zeitlichen Ablauf und gab den Ausbildern Hinweise zum Zeitrahmen. Im rollierenden Verfahren wurden je zwei Durchgänge am Vormittag und zwei am Nachmittag durchgeführt.

„Blaue“ Ausstattung in „roten“ Händen

Dank der Kompatibilität der Ausstattung (Mehrzweckzug, Hebekissen usw. sind bei Feuerwehr und THW gleich) kann das Erlernte ohne Schwierigkeiten bei der eigenen „roten“ Ausstattung angewendet werden.

Resümee

Der Zeitrahmen für die Ausbildung wurde eingehalten. Die Stationen konnten wie geplant und im Konzept beschrieben umgesetzt werden. Die Gruppengröße von fünf bis sechs Teilnehmern erlaubte eine intensive Ausbildung. Insgesamt ein positives Fazit; auch von den Ausbildern des THW Euskirchen.