Alle guten Dinge sind Drei? Dritter Advent, dritter Einsatz, drei Pumpen!

21.12.2018
Kategorie: Einsatz, Autor: Burkhard Aehlich

Euskirchen / Düren 16.12.18 – Zum dritten Mal rückten die Fachgruppe Wasserschaden / Pumpen (FGr WP) nach Düren in die Renkerstr. aus. Am dritten Advent war die – nach einem Kanaleinsturz im Mai installierte  ebeanlage in ihrer Leistung eingeschränkt. Da es sich bei dem Kanal um einen Hauptsammler für Abwasser handelt, lief dieser schnell voll und Abwasser trat aus Kanalschächten aus.

Um 20:05 Uhr am Sonntagabend wurden die Einsatzkräfte des THW Euskirchen über Funk­alarm­empfänger und SMS als Zusatzalarmierungssystem angefordert. Mit den beiden Fachgruppen­fahr­zeugen, sowie der Hannibal-Pumpe und dem 40 kVA Stromerzeuger ging es zur rund 35 km entfernten Einsatzstelle.

Abwasser auf der Straße

Die Störung an der Abwasser-Fäkalien-Hebeanlage führt zu einem Rückstau im Kanal und füllte ihn vollständig aus, so dass bereits Abwasser über die Gerhard-Fuß-Str in Richtung Renkerstr. lief. Um die Situation zu entspannen wurde die Hannibal-Pumpe am Schachtbauwerk der Hebeanlage eingesetzt und die F-Druckschläuche unter dem Gleis der Rurtalbahn verlegt. Dort waren noch 300mm Kunststoffrohe vom Einsatz im Mai vorhanden. Dadurch konnte die Rurtalbahn weiter verkehren. Parallel zum Aufbau der Pumpe wurden Regenwassereinläufe in der Gerhard-Fuß-Str. geöffnet um einen Übertritt von Abwasser über die Kellerfenster in die Häuser zu verhindern.

Zweite Pumpe aus Simmerath

Auch die FGr WP aus Simmerath wurde zum Einsatz gerufen und traf nach den Kräften aus Euskirchen ein. Die Kameraden gingen „wie üblich“ an einem Kanalschacht in Stellung. Die installierte Leistung von rund 10.000 l/min (600 m³/h oder 167 l/sec) zeigte schnell Wirkung – ab 22 Uhr erfolgte kein überirdischer Wasseraustritt mehr.

Dritte Pumpe aus Iserlohn

Da es in der Nacht zuvor in der Eifel geschneit hatte und mit Tauwetter gerechnet wurde, am Montagmorgen die Anwohner Abwasser „produzieren“ und die Industriebetriebe wieder ihre Produktion steigern werden, sollte die Pumpleistung der THW Kräfte erhöht werden. Dadurch sollte der Abwasserkanal soweit geleert werden, dass er als Puffer dienen kann. Gegen Mitternacht wurde dann eine DIA-Großpumpe aus Iserlohn mit 15.000 l/min Leistung angefordert.

Ab 04:30 Uhr 25.000 l/min Förderleistung

Am frühen Montagmorgen arbeiteten alle drei Pumpen und rund 420 l/sec Abwasser wurden gefördert und der Abwasserkanal war „leer“. Da die G-Schläuche (300mm Durchmesser) nicht unter dem Gleis verlegt werden konnte, musste der Betrieb der Rurtalbahn eingestellt werden.

Abschnittsleitung Pumpen

Wie bereits bei den vorherigen beiden Einsätzen übernahm das THW Euskirchen die Abschnittsleitung „Pumpen“ und koordinierte die drei FGr WP. Zum Beispiel: Schlauchführung, Anforderung Gleissperre, Einleitungspunkt, Umbauphasen, Überwachung Wasserstand im Kanal, Beratung Einsatzleitung zur Einsatztaktik und Möglichkeiten der THW-Pumpen.

Pumpen aus Holland

Der Betreiber des Abwasserkanals (WVER) beauftragte eine Firma aus Holland ihre Pumpen (wieder) zu installieren und eine aus Kunststoffrohren bestehende Rohrleitung aufzubauen. Am Montagnachmittag gegen 15:30 Uhr trafen diese Pumpen ein und der Auf- und Umbau der Förderstrecke konnte beginnen. Alle Arbeiten wurden so abgestimmt, dass der Abwasserkanal so leer wie möglich war, damit während der Umbauphase und gleichzeitigen Stillstand einzelner THW-Pumpen, der Kanal als Puffer dienen konnte.

Einsatzende nach 24h

Für die Euskirchener Kräfte endete der Einsatz vor Ort gegen 20 Uhr – und 24h nach der Alarmierung. In der Unterkunft angekommen wurde die Einsatzbereitschaft hergestellt und Vorbereitungen für die notwendigen Reinigungsarbeiten am Folgetag (Dienstag 18.12.18) getroffen.

Fazit

Die Einsatzstelle ist inzwischen gut bekannt, der Aufbau und Betrieb der Pumpen verlief routiniert. Die Zusammenarbeit mit den anderen FGr WP und dem Zugtrupp Düren als Einsatzleitung war ebenso problemlos – man kennt sich!

Im Einsatz:

FGr WP mit LKW Ladebordwand + 40 kVA Stromerzeuger, MLW IV mit Hannibal-Pumpe, MTW TZ, geleistete Einsatzstunden: 309h