OV Euskirchen
Geschichte des OV Euskirchen
Aus der Verpflichtung heraus, für den Schutz der Zivilbevölkerung in allen erdenklichen Gefahrenlagen zu sorgen, das Weiterarbeiten der Wirtschaft auch in katastrophalen zu ermöglichen, erteilte der frühere Bundesinnenminister und spätere Bundespräsident Dr. Gustav Heinemann 1950 den Auftrag, eine technische Hilfsorganisation mit freiwilligen, ehrenamtlichen Helfern zu bilden.
Diese Organisation war nicht neu. Hatte sie doch vor, während und auch kurze Zeit nach dem zweiten Weltkrieg ein Vorläufer Organisation, die Technische Nothilfe, die in Deutschlands schwerster Zeit mit wesentlich geringerer Ausrüstung und Ausstattung vielen Menschen in Not und Elend geholfen hat. Die Anfänge dieser Technischen Nothilfe gehen bis in das Jahr 1919 zurück, so dass von einer gewissen, wenn auch vagen Tradition gesprochen werden kann.
Im Juli 1953 trafen sich im ehemaligen Kolpinghaus in Euskirchen Mitglieder der inzwischen auf Erlass der Alliierten aufgelösten Technischen Nothilfe, um einen Ortsverband Euskirchen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk zu gründen. Aus menschlicher Verantwortung wurde etwas geschaffen, dass in den damaligen politisch unruhigen Zeiten, den Mitmenschen im Bedarfsfall gekonnt und engagiert zur Seite stand.
In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg waren die benötigten Mittel knapp. Für die Helfer fehlte es an persönlicher Ausstattung, Gerätschaften und Fahrzeuge waren kaum vorhanden. Als Unterkunft dienten Kellerräume der Gasversorgungsgesellschaft an der Roitzheimerstrasse.
Und so wuchs der Ortsverband Euskirchen, kaum von der Öffentlichkeit bemerkt, langsam heran. Zu dieser Zeit wurde der Ortsverband durch den damals hauptamtlich besetzten Ortsverband Bonn betreut.
Der Schwerpunkt der Arbeit lag zunächst in der Ausbildung von Führungskräften, die den neu dazu kommenden, jungen Helfern das nötige Wissen vermitteln sollten. Diese Ausbildung erfolgte überwiegend an den THW Ausbildungszentren von Bund und Land.
Auch in den Anfangsjahren nahmen die Helfer des Ortsverbands Euskirchen an regionalen und überregionalen Übungen der Hilfsorganisationen teil. Dies war nur durch das Engagement der Ortsverbandsführung (Dipl.-Ing. Karl Ofer) und durch die Bereitstellung privater Kraftfahrzeuge, da der Ortsverband nicht über eine entsprechende Ausstattung verfügte.
Einen großen Schub nach vorne brachte dem THW-Ortsverband Euskirchen die Schaffung des Luftschutz-Hilfsdienst durch das Bundesgesetz im Juli 1958.
Im Mai 1960 kam es zur Verpflichtung der Helfer für die erste im Regierungsbezirk Köln aufgestellt Luftschutzbergungsbereitschaft. Die Einheit erhielt die Bezeichung 48. Luftschutz-Bergungsbereitschaft (48. LS-BB RWL), die später in 51. umbenannt wurde.
Verpflichtung zum Luftschutzhilfsdienst (LSHD) in Euskirchen am 5. Juli 1960

Durch die Zuführung der ersten Fahrzeuge und den Bezug der ersten Unterkunft an der Roitzheimerstrasse (ehemalige Bracke Stadtwerke) und der Inbetriebnahme der ersten Fahrzeughalle „An der Vogelrute“ wurde ein ordentlicher Dienstbetrieb erst möglich.
Ein erneuter Einschnitt für den Ortsverband brachte die Auflösung des Luftschutzhilfsdienst im Jahr 1968 durch das „Gesetz zur Neuordnung der Katastrophenschutz“. Die Fahrzeuge und Ausstattung wurde dadurch der Trägerorganisation, in diesem Fall das THW Ortsverband Euskirchen, zugeführt.
1973 wurde dies mit der Einführung des Bergungszuges als Taktische Einheit sichtbar. In Euskirchen wurden aus einer Bergungsbereitschaft, 3 Bergungszüge und 1 Instandsetzungszug. Mit Gründung des Ortsverbandes Schleiden wurde einer der Bergungszüge nach Schleiden abgegeben.
Mitte der 80er Jahre zog der Ortsverband in die ehemalige Strassenmeisterei in Bad Münstereifel - Iversheim um.
1990 folgte einer bislang grössten Einsätze des THW Euskirchen. Nach dem Sturm Wiebke waren grossflächige Baumfällarbeiten in der gesamten Eifel notwendig. Federführend bei diesem Einsatz war die Führungcrew der Ortsverbandes Euskirchen.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands musste sich das THW neuen Aufgaben stellen. Man tat dies durch die Neuordnung der Bundesanstalt als eigenständige Anstalt öffentlichen Rechts. Darüber hinaus wurden 1995 die Einheiten neu gegliedert. So erhielt jeder Ortsverband eine Bergungskomponente und eine Fachkomponente. In Euskirchen wurden so 2 Technische Züge aufgestellt mit je 2 Bergungsgruppen und einer Fachgruppe Infrastruktur und einer Wasserschaden/Pumpen – Gruppe.
1997 stand der nächste und vorerst letzte Umzug der Ortsverbandes aus dem mittlerweile baufälligem Gebäuden in Iversheim in die ehemaligen Bundeswehrgebäude am Jülicher Ring in Euskirchen an. Leider verfügt dieses Gelände nicht über eine Fahrzeughalle, so dass die Fahrzeuge ca. 1km entfernt in der Freiherr-von-Gersdorf Kaserne abgestellt werden müssen.
Aus jüngster Zeit sind besonders die vielen regionalen und überregionalen Einsätze zu vermelden. Ob Sturm Jeanette, Brand in Jülich, Elb-Hochwasser, Gebäudezusammensturz in Büllesheim oder der gerade laufende Einsatz in Frankreich, das THW Euskirchen ist auch nach 50 Jahren noch genauso Einsatzbereit wie am ersten Tag.
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